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Alibaba baut Rechenzentren in Europa und Nahost für KI-Infrastruktur

Chinesischer Konzern treibt 20-Gigawatt-Vorhaben mit neuen Cloud-Regionen voran

4 Min
Alibaba baut Rechenzentren in Europa und Nahost für KI-Infrastruktur

Alibaba Group Holding Ltd. beschleunigt den Ausbau seiner Rechenzentren in Europa und dem Nahen Osten und treibt damit sein globales Infrastrukturvorhaben mit einer Kapazität von 20 Gigawatt voran. Der chinesische E-Commerce-Marktführer wird in den kommenden zwölf Monaten seine ersten Cloud-Regionen in der Türkei, Finnland und den Niederlanden einrichten. Das gab die Alibaba-Führungskraft Li Feifei am Mittwoch auf der wichtigsten Konferenz des Unternehmens, der Apsara Conference in Hangzhou, bekannt.

Die Expansion fällt in eine Zeit, in der der Wettbewerb Chinas mit den USA im Bereich KI-Chips und -Modelle weiter eskaliert. Alibaba positioniert sich mit dem massiven Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur als einer der zentralen Player im globalen KI-Markt. Die neuen Rechenzentren sollen die Grundlage für die wachsende Nachfrage nach KI-Diensten und Cloud-Computing-Kapazitäten in Europa und dem Nahen Osten schaffen.

Die Details

Alibaba wird in den kommenden zwölf Monaten seine ersten Cloud-Regionen in drei Ländern errichten: der Türkei, Finnland und den Niederlanden. Die Ankündigung machte Li Feifei, eine Führungskraft des Konzerns, am Mittwoch auf der Apsara Conference in Hangzhou, der wichtigsten Konferenz des Unternehmens.

Das globale Infrastrukturvorhaben von Alibaba sieht eine Kapazität von 20 Gigawatt vor. Mit den neuen Standorten in Europa und dem Nahen Osten baut der Konzern seine internationale Präsenz im Cloud-Geschäft deutlich aus. Finnland ist dabei ein besonders interessanter Standort: Bereits am 9. September 2026 berichtete aktien.news, dass Google dort eine Investition von mindestens 13 Milliarden Euro in den Bau von drei neuen Rechenzentren sowie die Erweiterung einer bestehenden Anlage in der südostfinnischen Stadt Hamina plant. Finnland hat sich im Zuge des KI-Booms zu einem zentralen Standort für Rechenzentren entwickelt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 13. Mai 2026 berichtete aktien.news, dass Alibaba seine bereits angekündigten KI-Investitionen in Höhe von 380 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 55,96 Milliarden US-Dollar – über einen Zeitraum von drei Jahren nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen will. Damals gab der chinesische Technologiekonzern bekannt, dass er die Profitabilität kurzfristig als zweitrangig betrachtet und stattdessen massiv auf künstliche Intelligenz setzt. Ein konkretes neues, höheres Investitionsziel nannte Alibaba damals nicht.

Am 5. Mai 2026 berichtete aktien.news zudem über eine Umfrage von Morgan Stanley, die Alibaba als klaren Spitzenreiter im chinesischen KI-Markt auswies. Die „AlphaWise 1H26 China CIO Survey" der Bank, die im März und April unter 60 Chief Information Officers durchgeführt wurde, zeigte: Alibabas Qwen-Modell festigt seinen Vorsprung über nahezu alle KI-Technologie-Stacks hinweg – darunter Cloud, Modelle und Anwendungen. Der Anteil der CIOs, die Alibaba zur Unterstützung bei der KI-Implementierung auswählen, stieg von 32 Prozent in der vorangegangenen Umfrage auf 41 Prozent. Zudem erwarteten 30 Prozent der Befragten, dass Alibaba in diesem Jahr den größten zusätzlichen Anteil an den KI-Ausgaben gewinnen wird.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger zeigt die Ankündigung, dass Alibaba seine globale Cloud- und KI-Strategie konsequent vorantreibt. Die Errichtung von Rechenzentren in Europa – konkret in Finnland und den Niederlanden – sowie in der Türkei signalisiert, dass der Konzern nicht nur in China, sondern auch international massiv in die digitale Infrastruktur investiert. Die Kapazität von 20 Gigawatt unterstreicht den industriellen Maßstab des Vorhabens.

Die Standortwahl Finnlands ist bemerkenswert: Das Land hat sich zu einem Hotspot für Rechenzentren entwickelt, wie auch die parallele Milliardeninvestition von Google zeigt. Alibaba tritt damit in direkte Konkurrenz zu westlichen Tech-Giganten, die ebenfalls massiv in KI-Infrastruktur investieren. Die früheren Berichte von aktien.news belegen, dass Alibaba bereit ist, kurzfristig auf Profitabilität zu verzichten, um langfristig im KI-Markt führend zu sein. Dies birgt sowohl Chancen als auch Risiken für Anleger. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

In den kommenden zwölf Monaten wird Alibaba seine ersten Cloud-Regionen in der Türkei, Finnland und den Niederlanden einrichten. Der Konzern treibt sein globales Infrastrukturvorhaben mit einer Kapazität von 20 Gigawatt voran. Ob und wann weitere Standorte hinzukommen, ist aus den verfügbaren Informationen nicht bekannt. Der Wettbewerb Chinas mit den USA im Bereich KI-Chips und -Modelle bleibt ein bestimmender Faktor für die weitere Entwicklung.

Kurz erklärt

  • Cloud-Region: Ein geografischer Standort, in dem ein Cloud-Anbieter mehrere Rechenzentren betreibt, um Dienste wie Speicher und Rechenleistung anzubieten.
  • Gigawatt: Eine Einheit für elektrische Leistung, die angibt, wie viel Energie ein Rechenzentrum maximal aufnehmen und verarbeiten kann.
  • Apsara Conference: Die jährliche Hauptkonferenz von Alibaba, auf der das Unternehmen neue Technologien und strategische Pläne vorstellt.
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