Aktienrally: CTAs bauen Positionen im Wert von 40 Milliarden Dollar auf
Globale Aktienmärkte steigen die fünfte Woche in Folge, während systematische Trendfolge-Fonds massiv Risikopositionen aufbauen.

Die globalen Aktienmärkte haben ihre Rallye die fünfte Woche in Folge fortgesetzt, angeführt von den USA. Systematische Fonds bauten dabei parallel zu den steigenden Kursen weiterhin Risikopositionen auf, wie die Bank of America (BofA) in einer Mitteilung vom Freitag berichtete. Besonders im Fokus stehen dabei sogenannte Commodity Trading Advisors (CTAs) – trendfolgende Fonds, die algorithmisch auf Marktbewegungen reagieren.
Laut den Modellen der BofA haben diese CTAs im Laufe der vergangenen Woche Aktienengagements im Wert von rund 40 Milliarden US-Dollar aufgebaut. Dennoch bleibt die Positionierung über die verschiedenen Modellgeschwindigkeiten hinweg uneinheitlich. Während schnell und mittelfristig agierende CTAs bereits Long-Positionen in US-Aktien wieder aufgebaut haben, verfügen längerfristig orientierte Trend-Kohorten noch über erheblichen Spielraum für weitere Zukäufe.
„Selbst nach dem jüngsten Wiederaufbau bleibt die systematische Aktienpositionierung deutlich unter den Höchstständen von Januar/Februar, wobei eine Rückkehr zu diesen Niveaus von einer weiteren Trendbeständigkeit und einer geringeren realisierten Volatilität abhängt", erklärten die Analysten unter der Leitung von Chintan Kotecha. Dies verdeutlicht, dass die Kohorte als Ganzes noch keine nennenswerten Long-Positionen in Aktien hält – trotz der jüngsten Kursgewinne.
Ausblick: Europa im Fokus der Käufer
Mit Blick auf die kommende Woche deuten die Modelle der BofA auf anhaltende Käufe hin, angeführt von Europa. Diese werden sowohl in stagnierenden als auch in steigenden Marktszenarien auf rund 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die US-Nachfrage fällt im Rahmen des mittelfristigen Modells hingegen eher moderat aus.
Der Aufschwung an den Aktienmärkten am Donnerstag schlug sich laut BofA in einer „relativ verhaltenen Performance der CTA-Benchmark" nieder. Dies unterstreiche, dass die Kohorte insgesamt noch zurückhaltend positioniert ist und weiteres Aufholpotenzial besteht, sollte die Rallye anhalten.
Anleihen, Devisen und Rohstoffe im Überblick
Auch an den Anleihemärkten war Bewegung zu verzeichnen. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen in dieser Woche, nachdem die letzte FOMC-Sitzung unter dem Vorsitz von Jerome Powell einen restriktiven Ton anschlug. Längerfristige Trendfolger bauen ihre Short-Positionen in US-Treasuries weiter aus, während schneller agierende Modelle empfindlicher auf Renditeänderungen reagieren. Darüber hinaus könnten CTAs Short-Positionen in Bundesanleihen und koreanischen Staatsanleihen aufbauen, während sie Long-Positionen in chinesischen Staatsanleihen ausweiten.
Am Devisenmarkt beobachteten die Märkte aufmerksam eine Intervention beim japanischen Yen, die den US-Dollar im Wochenverlauf gegenüber dem Yen belastete. Trotz der Kursbewegung hielten Trendfolger laut BofA-Modell an ihren Yen-Short-Positionen fest. Für die kommende Zeit erwartet die Bank, dass CTAs Euro, Pfund, australische Dollar und kanadische Dollar kaufen werden.
Bei den Rohstoffen legten WTI-Rohöl-Futures in dieser Woche um weitere 8 Prozent zu. Die Performance-Daten der BofA deuten darauf hin, dass die CTA-Kohorte Long-Positionen in Öl hält. Trendfolger sind zudem wahrscheinlich verstärkt in Sojabohnen-Futures investiert und könnten diese Position in den kommenden Tagen ausbauen. Long-Positionen in Aluminium und Sojabohnenöl hingegen „könnten überreizt sein", so die Analysten der BofA.
