Aktienmärkte verzeichnen größte Tagesgewinne seit zehn Monaten
Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs beflügelten die Börsen weltweit mit starken Kursgewinnen.

Die globalen Aktienmärkte haben ihre stärksten Tagesgewinne seit zehn Monaten verzeichnet. Auslöser war die Meldung, dass US-Präsident Donald Trump gegenüber Beratern seine Bereitschaft signalisiert hat, den Krieg gegen den Iran zu beenden – selbst ohne eine vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Diese strategisch bedeutende Meerenge kontrolliert einen Großteil des globalen Öltransports.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth unterstrich die Signalwirkung mit konkreten Zahlen: Die Anzahl der von Iran in den vergangenen 24 Stunden abgefeuerten Geschosse habe den niedrigsten Stand seit Beginn des Konflikts erreicht. Hegseth bezeichnete die kommenden Tage als entscheidend für den weiteren Verlauf des Krieges. Investoren werteten diese Aussagen als klares Zeichen einer möglichen Deeskalation.
Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Engpässe für den weltweiten Energiehandel. Eine Sperrung oder Einschränkung dieser Route würde die globalen Ölpreise massiv beeinflussen und Lieferketten weltweit belasten. Dass Trump offenbar bereit ist, einen Waffenstillstand auch ohne vollständige Öffnung der Meerenge zu akzeptieren, überraschte Marktbeobachter.
Rechtliche Rückschläge für Trump in Washington
Abseits der geopolitischen Entwicklungen erlebte die Trump-Regierung einen schwierigen Tag vor US-Gerichten. Ein Bundesrichter untersagte den geplanten Bau eines Festsaals auf historisch geschütztem Gelände und stellte fest, dass dem Präsidenten die rechtliche Befugnis fehle, das Projekt ohne Zustimmung des Kongresses umzusetzen. Der National Trust for Historic Preservation hatte den vorläufigen Baustopp beantragt.
Zwei weitere Urteile bremsten die Regierung ebenfalls aus: Ein Richter in Washington entschied, dass Bundesmittel für öffentlich-rechtliche Medien nicht per Dekret gestrichen werden können. Ein Richter in Texas wies zudem den Versuch der Regierung zurück, religiösen Führern politische Wahlempfehlungen von der Kanzel zu erlauben.
Für Anleger bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten das dominierende Thema. Sollte eine Waffenruhe tatsächlich eintreten, dürften vor allem Energieaktien und exportorientierte Unternehmen profitieren. Die Entwicklungen der nächsten Tage gelten als richtungsweisend für die weitere Marktentwicklung.
