Aktienmarkt auf Rekordkurs
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Nach einer beeindruckenden Rallye in den letzten Tagen haben sich die Anleger gestern zurückgehalten und gespannt auf neue Daten vom US-Arbeitsmarkt gewartet, die morgen veröffentlicht werden sollen. Vor der Veröffentlichung weiterer wichtiger Wirtschaftsdaten aus den USA haben die Investoren durchgeatmet. Nach der Rekordrallye der vergangenen Tage schloss der DAX knapp unter seinem Schlussstand bei 16.628 Punkten und verlor dabei leicht 0,16 Prozent. Gestern hatte der deutsche Leitindex bei 16.656 Punkten geschlossen und war 0,8 Prozent höher aus dem Handel gegangen, wobei er ein Rekordhoch von 16.727 Zählern erreicht hatte. Die Schwankungen im DAX waren heute gering, bewegten sich zwischen 16.595 und 16.639 Punkten. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte verzeichnete einen Rückgang von 0,76 Prozent und schloss bei 26.534 Punkten. Börsenexperte Andreas Lipkow stellt fest: "Die Aktienmärkte verlieren zunehmend an Kursdynamik." In den letzten Handelstagen sei bereits ein hohes Maß an Konjunkturoptimismus und Zinssenkungsfantasie eingepreist worden.
Die Hoffnung auf Zinssenkungen durch die großen Notenbanken war einer der Hauptgründe für die jüngsten Kursgewinne, obwohl sich Notenbanker sowohl in den USA als auch in Europa zuletzt verhalten geäußert haben. Dennoch setzen Händler hierzulande angesichts der rückläufigen Inflationsdaten darauf, dass es bereits im März eine 85-prozentige Chance für eine geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) geben könnte, ähnlich wie in den USA. Die Hoffnungen der Anleger deuten darauf hin, dass die EZB die Zinsen im neuen Jahr insgesamt um 1,5 Prozentpunkte senken könnte. Volkswirte rechnen nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters mehrheitlich mit einer ersten Zinssenkung der EZB im zweiten Quartal des kommenden Jahres.
Ein Restrisiko bleibt jedoch in Bezug auf die Stabilität des jüngsten Zinsanstiegs bestehen, da die Notenbanken betonen, dass ihre Entscheidungen datenabhängig sind. Der US-Arbeitsmarktbericht, der morgen veröffentlicht wird, wird daher ein wichtiger Faktor sein, der das weitere Vorgehen beeinflusst. Ein zu robustes Beschäftigungswachstum könnte die Hoffnungen auf Zinssenkungen vorerst dämpfen. Die US-Notenbank Fed hat zwar keine baldigen Zinssenkungen geplant, aber ihre künftigen Schritte hängen von den Wirtschaftsdaten ab, so Joe Saluzzi, Manager beim Broker Themis Trading.
Die Technologiebörse Nasdaq legte heute um mehr als ein Prozent zu, getragen von positiven Nachrichten aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Der Nasdaq 100 stieg über die Marke von 16.000 Punkten, was einem Plus von derzeit gut 1,35 Prozent entspricht. Im Gegensatz dazu stieg der Leitindex Dow Jones nur moderat um knapp 0,1 Prozent, und der S&P-500-Index legte knapp 0,7 Prozent zu. Die US-Anleger hielten sich vor den morgigen Arbeitsmarktdaten zurück.
Besonders Technologiewerte wie Alphabet und AMD standen im Fokus, da sie mit Neuigkeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz aufwarteten. Die Google-Mutter Alphabet stellte ein neues KI-Modell namens Gemini vor, das nach Ansicht von Experten das leistungsfähigste KI-Modell sei und die Aktien um über fünf Prozent steigen ließ. AMD gewann rund sechs Prozent, nachdem das Unternehmen neue KI-Chips präsentiert hatte. Diese Veranstaltung führte zu einer Anhebung der Prognose für das Marktvolumen im Jahr 2027 und sorgte für einen Anstieg der Aktien.
