ANZEIGE

Airbus findet Qualitätsproblem am A321neo-Rumpf – keine Sicherheitsgefahr für Flugzeuge

Rund 500 A321neo-Maschinen betroffen: Airbus hat eine Abweichung beim Oberflächenschutz an Rumpfstringern identifiziert und eingedämmt.

•• 2 Min
Airbus findet Qualitätsproblem am A321neo-Rumpf – keine Sicherheitsgefahr für Flugzeuge

Airbus hat ein „Qualitätsproblem" in der Rumpfstruktur seiner A321neo-Flugzeuge identifiziert und nach eigenen Angaben eingedämmt. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Donnerstag sind rund 500 Maschinen betroffen. Eine Sicherheitsgefahr bestehe nicht, die Flugzeuge könnten weiterhin betrieben werden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf eine mit den Umständen vertraute Quelle.

Konkret stellte der europäische Flugzeugbauer eine „Abweichung" beim Oberflächenschutz beziehungsweise der Beschichtung an den Skelettbauteilen fest. Dabei handelt es sich um sogenannte Stringer, also Längsversteifungen, die durch den Rumpf verlaufen. Der Defekt betrifft laut dem Bericht etwa 250 bereits im Einsatz befindliche Flugzeuge sowie 250 noch in der Produktion befindliche Exemplare. Entdeckt wurde das Problem bereits im Sommer und erstmals von der Fachpublikation „The Air Current" gemeldet.

Keine unmittelbare Reparaturpflicht

Die langstreckentaugliche Variante des A321neo, der A321XLR, ist nach Angaben des Berichts nicht betroffen. Kunden nehmen ihre Lieferungen weiterhin entgegen, ohne dass vorherige Zusatzarbeiten erforderlich sind. Airbus habe den Fluggesellschaften zudem mitgeteilt, dass keine unmittelbare Notwendigkeit zur Reparatur des Defekts bestehe.

Europäische Aufsichtsbehörden könnten jedoch eine Anweisung erlassen, die Reparaturen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens vorschreibt. Darauf verwies der Bericht ergänzend. Für die betroffenen Airlines bedeutet das zunächst Planungsunsicherheit: Sie können ihre Maschinen zwar weiter einsetzen, müssen aber möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt mit zusätzlichem Wartungsaufwand rechnen.

Zweites Rumpfproblem in neun Monaten

Es handelt sich um das zweite rumpfbezogene Qualitätsproblem beim A321neo innerhalb von neun Monaten. Airbus hatte im vergangenen Dezember Mängel an Rumpfpaneelen gemeldet, die das Unternehmen ebenfalls als Qualitätsproblem ohne Sicherheitsauswirkungen beschrieb. Die Behebung dieses Problems hatte jedoch mehrere Monate lange Lieferverzögerungen zur Folge – ein Hinweis darauf, wie stark solche Defekte die Auslieferung neuer Maschinen ausbremsen können.

Der jüngste Vorfall fällt in eine Phase, in der Airbus daran arbeitet, die Produktion von Schmalrumpfflugzeugen von derzeit rund 60 auf 75 Maschinen pro Monat hochzufahren. Der A321neo ist die größte und gefragteste Variante der A320-Familie und damit ein zentrales Standbein des Konzerns. Qualitätsprobleme in der Rumpfstruktur treffen Airbus entsprechend an einer besonders sensiblen Stelle.

Für deutsche Anleger und Luftfahrtbeobachter ist vor allem entscheidend, ob sich aus dem aktuellen Fall erneut Lieferverzögerungen ergeben. Bislang deutet der Bericht darauf hin, dass die Auslieferungen ohne vorherige Zusatzarbeiten weiterlaufen. Ob die europäischen Behörden eine förmliche Reparaturanweisung erlassen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Airbus betont in beiden Fällen, dass keine Sicherheitsgefahr bestehe – ein Punkt, der für die Zulassung und den weiteren Betrieb der Flotte zentral ist.

Der Bericht stützt sich auf eine anonyme, mit den Umständen vertraute Quelle. Airbus selbst äußerte sich in dem Reuters-Bericht nicht mit konkreten Angaben zu Umfang oder Zeitplan möglicher Reparaturen. Weitere Informationen finden sich in den Nutzungsbedingungen der Quelle.

AirbusA321NeoQualitätsproblemRumpfstrukturStringerA321XlrFlugzeugproduktionSicherheitsgefahr

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer