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Airbnb-Aktie springt 15% – KI treibt starkes Quartalswachstum

CEO Brian Chesky setzt voll auf künstliche Intelligenz und hebt den Jahresausblick an – mit messbaren Ergebnissen.

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Airbnb-Aktie springt 15% – KI treibt starkes Quartalswachstum

Die Airbnb-Aktie legte am Freitag um 15% zu, nachdem das Unternehmen eines seiner stärksten Wachstumsquartale seit Jahren verzeichnet hatte. CEO Brian Chesky hob den Ausblick für das Gesamtjahr an und führte die positive Entwicklung direkt auf den massiven Einsatz künstlicher Intelligenz zurück. In einem Interview mit CNBC erklärte Chesky, Airbnb werde in diesem Jahr „viel mehr" für KI-Token ausgeben als ursprünglich geplant.

Der Grund für die erhöhten Ausgaben ist laut Chesky simpel: Die Inferenzkosten – also die Kosten für den Betrieb von KI-Modellen – „verblassen" im Vergleich zu dem Umsatz und der Produktivität, die das Unternehmen zurückgewinne. Diese Einschätzung markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende für den CEO, der noch vor einem Jahr intern die Frage gestellt hatte: „Ist KI gut für Airbnb oder ist KI schlecht für Airbnb?"

KI beschleunigt Produktentwicklung drastisch

Die Zahlen, die Chesky nennt, sind eindrucksvoll. Airbnb verkürzt die Produktentwicklungszeit um rund 60% und bringt im Jahresvergleich etwa 80% mehr Funktionen auf den Markt. Gleichzeitig bleibt die Mitarbeiterzahl trotz stark steigender KI-Ausgaben nahezu konstant. Investoren sollten laut Chesky damit rechnen, dass der Umsatz künftig „viel schneller" wachsen werde als der Personalbestand.

Um diesen Wandel voranzutreiben, holte Airbnb im Januar Ahmad Al-Dahle als Chief Technology Officer an Bord. Al-Dahle war zuvor Leiter für generative KI bei Meta und eine Führungskraft im Bereich des Open-Source-Modells Llama. Chesky räumte ein, Airbnb sei „vielleicht im Mittelfeld bei der KI" gewesen – Al-Dahles Auftrag lautet nun, das Unternehmen „KI-nativ" zu machen.

Chesky selbst bringt dabei eine ungewöhnliche Perspektive mit. Der Airbnb-Mitgründer studierte Industriedesign an der Rhode Island School of Design und näherte sich Technologie stets eher wie ein Designer als wie ein klassischer Ingenieur. Im Laufe der Jahre baute er enge Beziehungen zu Jony Ive, dem ehemaligen Apple-Designchef, und OpenAI-CEO Sam Altman auf – und soll die beiden einander vorgestellt haben, was schließlich zu ihrer Zusammenarbeit an KI-Hardware führte.

Konkrete Anwendungsfälle im Kerngeschäft

Der KI-Einsatz bei Airbnb ist bereits in mehreren Bereichen des Kerngeschäfts spürbar. Das Unternehmen testet eine KI-gestützte Suche, nutzt KI zur Erstellung personalisierter Highlights für Inserate und unterstützt Gastgeber bei der Angebotserstellung und Preisgestaltung. Im Kundenservice müssen 45% der Gäste, die mit dem KI-Agenten von Airbnb interagieren, nie mit einem menschlichen Mitarbeiter sprechen.

Intern setzt Airbnb mehr als ein Dutzend verschiedene KI-Modelle ein, darunter Claude Code von Anthropic und Codex von OpenAI. Der Zugang zu teureren und langsameren Modellen wird jedoch bewusst eingeschränkt, wenn deren zusätzliche Fähigkeiten für eine bestimmte Aufgabe nicht notwendig sind. Chesky zeigte sich besonders optimistisch gegenüber Open-Source-Modellen für kundenorientierte Produkte, lehnte es jedoch ab, konkrete Namen zu nennen – die Zusammensetzung des Technologie-Stacks sei wettbewerbsrelevant geworden.

Skepsis gegenüber KI als Buchungsplattform

Trotz des KI-Enthusiasmus bleibt Chesky skeptisch, dass Chatbots Airbnb als Transaktionsebene ersetzen könnten. Reisen sei visuell, durch Text allein schwer vergleichbar und werde oft gemeinschaftlich geplant – alles Bereiche, in denen klassische Chatbot-Schnittstellen weiterhin Schwächen aufwiesen. Er erwartet zwar, dass Chatbots für Inspiration und Reiseplanung wichtig werden, sehe aber nicht, dass sie „in naher Zukunft" zu bedeutenden Buchungsplattformen avancieren.

Unterdessen zeigt das operative Geschäft weitere positive Signale. Die Zahl der Erstbucher wachse so schnell wie seit vier Jahren nicht mehr, so Chesky. Das US-Geschäft habe gegenüber dem ersten Quartal an Fahrt gewonnen. Besonders auffällig: Hotels wachsen bei Airbnb dreimal schneller als die traditionellen Inserate für Privatunterkünfte – ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen erfolgreich über seinen ursprünglichen Markt für Ferienvermietungen hinaus expandiert.

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