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Adnoc übernimmt Mehrheit an Covestro erfolgreich

Konsequenzen für Börse, Mitarbeitersicherheit und künftige Übernahmepläne im Fokus

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Adnoc übernimmt Mehrheit an Covestro erfolgreich

Der arabische Ölkonzern Adnoc hat sich eine deutliche Mehrheit von 91,3 Prozent an dem deutschen Kunststoffhersteller Covestro gesichert. Damit wurde die geplante Übernahme des DAX-Konzerns erfolgreich vorangetrieben. Das Angebot von Adnoc in Höhe von 62 Euro pro Aktie fand breite Zustimmung bei den Covestro-Aktionären. Dennoch bleibt das Unternehmen vorerst börsennotiert, da die für einen Squeeze-out erforderliche Schwelle von 95 Prozent nicht erreicht wurde.

Ein solcher Squeeze-out, bei dem die verbliebenen Aktionäre gesetzlich zum Verkauf ihrer Anteile gezwungen werden können, ist ausdrücklich in der Investorenvereinbarung vorgesehen. Alternativ könnte ein Ausschluss der Minderheitsaktionäre zu einem späteren Zeitpunkt durch eine Verschmelzung der Unternehmen erfolgen, wofür ein Anteilsbesitz von 90 Prozent ausreicht. Die verbleibende Notierung von Covestro an der Börse dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein, da die geringe Anzahl frei handelbarer Aktien voraussichtlich zum Ausschluss aus dem Dax führen wird.

Die Übernahme durch Adnoc ist die größte Transaktion in der europäischen Chemiebranche seit Jahren und hat ein Gesamtvolumen von 11,6 Milliarden Euro. Covestro wird künftig in die neu gegründete Adnoc-Gesellschaft XRG integriert, die als Plattform für weitere Zukäufe im Chemie- und Energiesektor dienen soll. Adnoc verfolgt mit dieser strategischen Akquisition das Ziel, sich zu einem der weltweit führenden Chemieunternehmen zu entwickeln.

Sowohl der Adnoc-Chef Sultan Ahmed Al Jaber als auch Covestro-Vorstand Markus Steilemann betonten die Vorteile der strategischen Partnerschaft. Al Jaber bezeichnete die Übernahme als „transformative Investition“, die die Wachstumsambitionen von Adnoc beschleunigen werde. Steilemann hob hervor, dass die Zusammenarbeit mit Adnoc Covestro neue Möglichkeiten eröffne und der richtige Schritt zur richtigen Zeit sei.

Trotz der Zustimmung der Aktionäre stehen noch regulatorische Prüfungen aus. Kartellrechtliche Bedenken werden aufgrund der geringen Überschneidungen der Geschäftsfelder von Adnoc und Covestro nicht erwartet. Dennoch müssen zahlreiche Länder die Übernahme im Hinblick auf ihre Investitionsrichtlinien prüfen, um mögliche Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen. Widerstand aus politischen Kreisen scheint jedoch nicht absehbar, da Covestro-Produkte nicht als sicherheitsrelevante Infrastruktur gelten.

Adnoc hat sich verpflichtet, Covestro als eigenständige deutsche Aktiengesellschaft zu erhalten. Bis 2032 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, und die Standorte sollen unverändert bleiben. Zudem wird Adnoc vier der zwölf Aufsichtsratsposten besetzen, darunter den Vorsitz. Die deutsche Mitbestimmung und Corporate-Governance-Richtlinien bleiben weiterhin gewährleistet.

ADNOCCovestroÜbernahmeAktien

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