Accenture warnt vor schwachem Quartal – Aktie unter Druck
Der IT-Dienstleister Accenture enttäuscht mit seiner Prognose, da Kunden große Digitalprojekte verschieben und Kosten sparen.

Accenture hat für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz zwischen 18,35 und 19,00 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Der Mittelwert dieser Spanne liegt leicht unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 18,72 Milliarden Dollar, die von der Finanzdatenplattform LSEG erhoben wurde. Die Aktie des in Dublin ansässigen Beratungskonzerns verlor im vorbörslichen Handel mehr als 3 Prozent.
Das Unternehmen begründet die verhaltene Prognose mit einem zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Kunden schieben große Projekte zur digitalen Transformation auf und priorisieren stattdessen Kostenkontrolle sowie kurzfristige Initiativen. Zusätzlich belastet ein Rückgang im Geschäft mit US-Bundesbehörden die Erwartungen: Accenture rechnet dadurch für das Geschäftsjahr 2026 mit Umsatzeinbußen von rund 1 Prozent.
Starkes zweites Quartal trotz trübem Ausblick
Das abgelaufene zweite Quartal verlief hingegen besser als erwartet. Der Umsatz stieg um 8,3 Prozent auf 18,04 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 17,84 Milliarden Dollar deutlich. Der Gewinn je Aktie kletterte von 2,82 auf 2,93 US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Auch die Auftragseingänge – eine wichtige Vorlaufkennzahl für künftige Umsätze – entwickelten sich positiv. Sie stiegen im zweiten Quartal um 6 Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar, was grundsätzlich auf anhaltende Nachfrage hindeutet. Accenture wies zudem darauf hin, dass die Prognose auch die aktuelle Einschätzung zu möglichen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten berücksichtigt.
KI als Wachstumstreiber – aber erst ab 2028
Analysten sehen in der Künstlichen Intelligenz langfristig eine wichtige Wachstumsstütze für Accenture. Eine vollständige Erholung der derzeit schwachen Nachfrage erwarten Experten jedoch frühestens für das Jahr 2028. Bis dahin dürfte die vorsichtige Ausgabenpolitik der Unternehmenskunden das Geschäft weiter belasten.
Für deutsche Anleger ist Accenture als globaler Maßstab für die IT-Beratungsbranche relevant. Die verhaltene Prognose des Konzerns könnte auch Rückschlüsse auf die Ausgabebereitschaft großer Unternehmen weltweit zulassen – ein Signal, das Investoren in der gesamten Technologiebranche aufmerksam verfolgen dürften.
