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Abercrombie & Fitch senkt Jahresprognose wegen Zollunsicherheiten

Der US-Modehändler rechnet mit gedämpftem Wachstum – die Aktie verliert vorbörslich rund 7 Prozent.

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Abercrombie & Fitch senkt Jahresprognose wegen Zollunsicherheiten

Abercrombie & Fitch hat seinen Jahresausblick für das Geschäftsjahr 2026 unter dem Druck der US-Zollpolitik zurückgeschraubt. Der Modehändler erwartet nun ein Nettoumsatzwachstum von lediglich 3 bis 5 Prozent – Analysten hatten im Schnitt ein Plus von 4,2 Prozent prognostiziert. Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Kursverlust von rund 7 Prozent.

Grundlage der Prognose ist ein pauschaler US-Importzoll von 15 Prozent auf alle eingeführten Waren, basierend auf einer Regierungsankündigung vom 21. Februar. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte am frühen Mittwoch, dass dieser neue vorübergehende Zollsatz noch in dieser Woche in Kraft treten soll. Abercrombie rechnet dadurch mit einer Belastung von rund 70 Basispunkten des Nettoumsatzes im Gesamtjahr.

Der 15-Prozent-Satz liegt deutlich unter den 20 Prozent Zusatzzöllen, die im vergangenen Jahr gegen wichtige Beschaffungsländer wie Vietnam und Indonesien verhängt worden waren. Für Abercrombie, das einen Großteil seiner Produkte in Südostasien fertigen lässt, ist das eine gewisse Erleichterung. Potenzielle Rückerstattungen bereits gezahlter Zölle sind in der aktuellen Prognose noch nicht berücksichtigt.

Gewinnprognose übertrifft Erwartungen leicht

Beim Gewinn je Aktie zeigt sich Abercrombie etwas optimistischer: Das Unternehmen erwartet einen jährlichen Nettogewinn pro Aktie zwischen 10,20 und 11,00 US-Dollar. Der Mittelwert dieser Spanne liegt mit rund 10,60 Dollar über den Analystenerwartungen von 10,36 Dollar.

Zum Vergleich: Anfang des Jahres hatte Abercrombie noch vor einer Zollbelastung von 170 Basispunkten für 2025 gewarnt – der nun eingepreiste Wert von 70 Basispunkten für 2026 signalisiert eine relative Entspannung. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte zuvor Trumps umfassende Zölle unter dem sogenannten International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für unzulässig erklärt.

Andere Einzelhändler gehen mit der Unsicherheit unterschiedlich um. Der Schweizer Sneaker-Hersteller On Holding sowie der Elektronikhändler Best Buy klammerten Zollauswirkungen gänzlich aus ihren Jahresprognosen aus und verwiesen auf das volatile Umfeld. Abercrombie hingegen hat die aktuellen Rahmenbedingungen direkt in seine Planung eingearbeitet – ein Ansatz, den Investoren offenbar mit Skepsis quittieren.

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