AB Foods und Sainsbury's: Wichtige Zahlen in der nächsten Woche
Anleger blicken gespannt auf Halbjahreszahlen von AB Foods und Jahreszahlen von Sainsbury's – zwei wegweisende Termine für britische Konsumwerte.

In der Woche ab dem 21. April stehen zwei bedeutende Berichtstermine im Fokus britischer Aktionäre: Associated British Foods legt am Dienstag seine Halbjahreszahlen vor, Sainsbury's folgt am Donnerstag mit den Jahreszahlen. Richard Hunter, Leiter der Investmentabteilung bei Interactive Investor, ordnet die Erwartungen ein.
Associated British Foods: Aufspaltung als großes Thema
Associated British Foods (LSE: ABF) startet mit erheblichem Gegenwind in die Berichtssaison. Eine Gewinnwarnung im Januar belastete die Aktie spürbar: Das Unternehmen warnte vor schwächer als erwarteten Primark-Umsätzen in Europa sowie vor Umsatzdruck bei US-Speiseölen und Backzutaten. Die Folge: Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 13 Prozent im Minus und hat über die vergangenen zwei Jahre sogar 22 Prozent an Wert verloren.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht die strategische Überprüfung der Konzernstruktur. AB Foods erwägt, die Primark-Sparte abzuspalten, die allein die Hälfte des Gesamtumsatzes der Gruppe ausmacht. Die Überlegung dahinter: Der Markt würdige die anderen Geschäftsbereiche – Zucker, Lebensmittel, Zutaten und Landwirtschaft – trotz ihres Potenzials nicht ausreichend. Eine Trennung könnte auf beiden Seiten verborgenen Wert freisetzen.
Gleichzeitig steht Primark selbst unter Druck. Das Modeeinzelhandelsgeschäft sieht sich einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt, insbesondere durch chinesische Anbieter wie Shein und Temu. Zudem hinkt das Online-Angebot von Primark dem Wettbewerber Next deutlich hinterher – ein strukturelles Defizit in einem zunehmend digitalisierten Einzelhandelsmarkt.
Für Aktionäre gibt es dennoch einige stabilisierende Faktoren. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 250 Millionen Britischen Pfund sowie eine beibehaltene Dividende mit einer Rendite von 3,4 Prozent zeigen, dass das Management die Aktionärsrendite im Blick behält. Anleger werden bei den Halbjahreszahlen am 21. April vor allem darauf achten, ob das Unternehmen die Talsohle erreicht hat und ob die strategische Überprüfung konkretere Formen annimmt.
Sainsbury's: Starkes Weihnachtsgeschäft als Rückenwind
Beim britischen Supermarktriesen Sainsbury's (LSE: SBRY) ist die Ausgangslage deutlich freundlicher. Das Unternehmen konnte im wichtigen Weihnachtsgeschäft überzeugen: Der Gesamtumsatz stieg zu Weihnachten um 3,3 Prozent, im dritten Quartal um 3,9 Prozent auf 10,03 Milliarden Britische Pfund. Diese Ergebnisse reichten aus, um die Prognose für einen bereinigten Einzelhandelsgewinn von über 1 Milliarde Britischen Pfund für das Gesamtjahr zu bestätigen.
Besonders erfreulich: Die Cashflow-Schätzung wurde von 500 Millionen auf mehr als 550 Millionen Britische Pfund angehoben. Zudem läuft das Kostensenkungsprogramm mit einem Ziel von 1 Milliarde Britischen Pfund bis 2027 planmäßig. Das Lebensmittelgeschäft, das 78 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, wuchs über Weihnachten um 5,1 Prozent und im dritten Quartal um 5,4 Prozent.
Treiber des Wachstums sind unter anderem Preisinitiativen wie der „Aldi Price Match" sowie das Treueprogramm „Your Nectar Prices". Sainsbury's schätzt, dass das Nectar-Programm über drei Jahre einen zusätzlichen Gewinn von 100 Millionen Britischen Pfund generieren wird – und liegt bei diesem Ziel bereits vor dem Zeitplan.
Weniger erfreulich entwickelten sich die Bereiche General Merchandise und Bekleidung. Hier sanken die Umsätze über Weihnachten um 1 Prozent und im Quartal um 1,1 Prozent. Ursachen waren eine geringere Flächenzuteilung in den Filialen sowie rückläufige diskretionäre Konsumausgaben. Da dieser Bereich jedoch nur 6 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, blieb der Gesamteffekt begrenzt.
Für die Jahreszahlen am 23. April dürften Anleger vor allem auf den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr sowie auf weitere Details zur Kostensenkungsstrategie achten. Sainsbury's hat sich in einem hart umkämpften britischen Lebensmittelmarkt gut positioniert – die Frage ist, ob dieser Schwung anhält.
