5 wichtige Aspekte zu Wasserstoff in der Schifffahrt
Im maritimen Bereich könnte Wasserstoff die sauberste Lösung sein.

Grüner Wasserstoff könnte eine entscheidende Rolle auf dem Weg der maritimen Industrie zur Dekarbonisierung spielen. Durch Elektrolyse hergestellt, ist H2 frei von Kohlenstoffemissionen und könnte in Zukunft weltweit verfügbar sein - als Schiffskraftstoff oder als Schlüssel für synthetische Kraftstoffe. Viele in der Schifffahrt haben das Potenzial von Wasserstoff erkannt, aber die Hürden für die Implementierung der H2-Technologie sind erheblich. Unter der Leitung von DNV hat sich ein Konsortium von 26 Partnern und Beobachtern im MarHySafe Joint Development Project (JDP) zusammengeschlossen, um die Herausforderungen rund um den Wasserstoffbetrieb anzugehen: Sicherheit und Vorschriften. Nach Abschluss von Phase 1 hat das Konsortium das "Handbook for Hydrogen-fuelled Vessels" veröffentlicht, das eine Roadmap für den sicheren Betrieb von Wasserstoffschiffen mit Brennstoffzellen darstellt. Das Handbuch wird mit dem Fortschreiten der zweiten Phase von MarHySafe kontinuierlich aktualisiert. Hier sind fünf Lektionen, die bisher gelernt wurden. Tests und Modellierung müssen auf die einzigartigen Eigenschaften und Sicherheitsaspekte von Wasserstoff abgestimmt werden. Es gibt Unsicherheiten über das Verhalten von kryogenem Wasserstoff (LH2) sowie über Schwellenwerte beim Auftreten von Detonationen. "Experimente mit kryogenem (flüssigem) Wasserstoff, die von der norwegischen Straßenverwaltung in Auftrag gegeben und im DNV Spadeadam Research and Testing Centre in Großbritannien durchgeführt wurden, lieferten wertvolle Erkenntnisse für das Handbuch", sagt Asmund Huser, Senior Principal Specialist, Quantitative Analysis bei DNV. "Diese Experimente lieferten wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich LH2 in Leckage-Szenarien in typischen Schiffskonstruktionen mit geschlossenen Räumen und während des Bunkerns von LH2 verhält, was Vertrauen in die abmildernden Maßnahmen bei der Konstruktion von maritimen Wasserstoff-Anlagen schafft", sagt Kolbjørn Berge, Head of Green Shipping Innovation and New Technologies bei der norwegischen Schifffahrtsbehörde. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass zukünftige Modellierungen das Detonationsrisiko im Falle eines Lecks besser berücksichtigen müssen. "Eine schnelle, jetartige Freisetzung von Wasserstoff in einem großen Raum kann sich zum Beispiel nicht gleichmäßig verteilen. Eine solche inhomogene Freisetzung kann zu konzentrierten H2-Taschen führen, die ein höheres Detonationsrisiko bergen. Um das zu vermeiden, brauchen wir rigorose Sicherheitsmaßnahmen", erklärt Asmund Huser. Welche Größe und Anordnung müssen diese Räume haben? Wo müssen die Ventilatoren, Lüftungsschächte oder Detektoren platziert werden? Dies sind einige der Designüberlegungen, die im Falle eines Lecks einen großen Unterschied machen können. Dedizierte, groß angelegte Tests werden erforderlich sein, wenn diese Branche sich vergrößert.
